| Hamburg 21.02.2008 |
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Globale Klima- und Energiepolitik – Eiszeit für Wirtschaft und Verbraucher? |
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Referenten: |
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Dr. Klaus von Dohnanyi, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg a.D., Mitglied im Präsidium der DGAP Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär BMWI, G8-„Sherpa“ der Bundeskanzlerin Kurt Döhmel, Vorsitzender der Geschäftsführung, Deutsche Shell Holding GmbH |
Moderation: |
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Dr. Wilm Herlyn, dpa |
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Pressebericht - Hamburger Abendblatt: |
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Drei harte Wahrheiten zur Energie Von Thomas Frankenfeld |
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Herausforderungen annehmen – Chancen nutzen |
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 Von Sebastian Meissner Der Klimawandel fordert drastische Maßnahmen von Wirtschaft und Verbrauchern. Beim Shell Energie-Dialog in Hamburg zeigen Experten Wege aus der Krise. „Auf uns alle kommen tiefgreifende Veränderungen zu“ – Kurt Döhmel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Shell Holding GmbH, redete nicht lange um den heißen Brei herum. Unter dem Titel „Globale Klima- und Energiepolitik – Eiszeit für Wirtschaft und Verbraucher?“ hatten Shell und die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zum Energie-Dialog ins Hamburger Hotel InterContinental geladen. Mit Döhmel diskutierten Dr. Bernd Pfaffenbach, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Dr. Klaus von Dohnanyi, ehemaliger Erster Bürgermeister von Hamburg über das Dilemma zwischen weltweit steigendem Energiebedarf und notwendigen Klimaschutzmaßnahmen. Die von dpa-Chefredakteur Dr. Wilm Herlyn moderierte Veranstaltung machte den rund 260 Teilnehmern aber auch Mut: Es wird eifrig an Lösungen gearbeitet. |
Verantwortung verteilen |
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 Der Trend ist klar: Mehr Menschen, mehr Wohlstand, mehr Energiebedarf. Doch die globale Nachfrage nach Energie steigt nicht nur, sie beschleunigt sich auch. Nach Prognosen der Internationalen Energieagentur werden wir schon 2030 doppelt so viel verbrauchen wie heute. Die Aufgabe ist komplex: Den weltweit steigenden Energiebedarf decken, die Versorgung mit fossilen Energiequellen sichern, alternative Energiequellen fördern und das Klima schützen. „Diese Situation ist eine Herausforderung für alle – Industrie, Politik und Gesellschaft. Was wir brauchen ist nicht nur ein Struktur-, sondern vor allem auch ein Mentalitätswandel“, sagt von Dohnanyi. Energie müsse als wertvolles Gut betrachtet werden, das seinen Preis hat. |
 Für Bernd Pfaffenbach ist die gerechte Verteilung der globalen Lasten eine Schlüsselfrage. Verbrauch und Co2-Emission wirksam drosseln – dazu müsse vor allem auch die USA ins Boot geholt werden. „Die deutsche Präsidentschaft im letzten Jahr hat hier Einiges bewegt. So ist es in Heiligendamm nach enormen Anstrengungen endlich gelungen, die Amerikaner und andere G8-Mitglieder auf ein gemeinsames Energie- und Klimaziel zu verpflichten“, sagt Pfaffenbach. Jetzt gelte es, vor allem China und andere Schwellenländer einzubeziehen, damit die USA auch tatsächlich mitziehe. Ein hartes Stück Arbeit, denn der gigantische Wirtschaftsboom in Ländern wie China und Indien geht mit einem ebenso rasanten Energiewachstum einher. „Wir müssen diesen Staaten daher zunächst einen Anstieg ihres CO2-Ausstoßes zugestehen, bevor die Kurve dann nach unten zeigt“, sagt Pfaffenbach. Wichtig sei aber auch, dass Nationen, die bereits jetzt ihren Ausstoß herunterfahren, dadurch wirtschaftlich nicht benachteiligt würden. Für ärmere Länder fordert Pfaffenbach besondere Unterstützung, etwa als Teil der Entwicklungshilfe. „Wir brauchen differenzierte Maßnahmen für jedes Land. Das auszuhandeln ist die große Herausforderung der Politik“, so Pfaffenbach. Ein viel versprechender Ansatz in diesem Zusammenhang ist der Handel mit Umweltverschmutzungsrechten. So lerne jede Nation, dass Klimaschutz nicht umsonst zu bekommen ist. |
Vertrauen stabilisieren |
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 Das politische Gleichgewicht zu halten ist auch bei der Versorgung mit Öl und Gas wichtig. Denn die Sicherstellung der Energieversorgung erfordert nicht nur hohe Investitionen und neue Technologien, sondern wird auch zunehmend zu einem politischen Faktor. Venezuela, Russland, Algerien, Kasachstan: Der überwiegende Teil der weltweiten Energieressourcen liegt in politisch instabilen Regionen und ist dort unter staatlicher Kontrolle. „Vor allem für Deutschland, das beim Erdöl zu 97 Prozent vom Import abhängig ist, ist das eine größere Gefahr als die reine geologische Verfügbarkeit“, sagt Shell Deutschland-Chef Döhmel. Im letzten Jahr stoppte Russland einige Tage lang die Öl-Lieferung über die Drushba-Pipeline und machte so die Importabhängigkeit noch einmal schmerzlich bewusst. „Wir sind gut beraten, unsere Beziehungen zu Russland zu stärken und das beiderseitige Vertrauen durch längerfristige Verträge und den Bau einer Ostsee-Pipeline wieder zu stabilisieren“, so Pfaffenbach. |
Zugleich plant die Bundesregierung den weiteren Ausbau des Anteils Erneuerbarer Energien am Energiemix. Denn die Vorherrschaft von fossilen Brennstoffen in der Primärenergieversorgung führt zu höheren CO2-Emissionen. „Als weltweiter Vorreiter sind wir da auf einem guten Weg und haben die Ziele des Kyoto-Protokolls –20 Prozent Einsatz von Erneuerbaren Energien und 20 Prozent CO2-Reduktion bis 2020 – schon heute fast erreicht“, sagt Pfaffenbach. Das Integrierte Energie- und Klimaprogramm (IEKP) soll bis 2020 sogar eine Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid um 40 Prozent gegenüber 1990 bewirken. Einen zusätzlichen Schub erhoffen sich die Experten von der Technologie der Abspaltung und unterirdischen Einlagerung von CO2 (Carbon Capture and Storage, CCS). Shell ist an dem ersten europäischen Onshore-Forschungsprojekt beteiligt. Die aktuellen EU-Pläne, statt wie bislang angekündigt 1990 nun 2005 als Basiswert für die Senkung der Treibhausgasemissionen zu nehmen, bezeichnete Pfaffenbach als wettbewerbsschädigend und unbedingt korrekturbedürftig. |
 Klimaschutz geht jeden an. Auch die Bürger werden künftig mehr in die Pflicht genommen. Effizientere Heizkessel, Gebäudesanierungen und schadstoffarme PKW: Rechtliche Rahenbedingungen sollen den Energieverbrauch auf verschiedenen Ebenen drosseln. „Zahlen wird den Klimawandel am Ende vor allem der Verbraucher“, sagt von Dohnanyi. Bei Heizung und Wärmedämmung wurden über die KfW-Förderprogramme bereits attraktive finanzielle Anreize geschaffen. Beim Verkehr mahnt Döhmel zu Geduld. „Der Benzinverbrauch bei Neuwagen ist deutlich gesenkt worden. Weil aber jedes Auto im Schnitt 17 Jahre im Verkehr unterwegs ist, bis es ausgetauscht wird, stellt sich der Einspareffekt erst über einen längeren Zeitraum ein“, sagt der Shell-Geschäftsführer. Eine Kfz-Steuer nach CO2-Ausstoß, ein Verbot von PKW mit mehr als 240 Gramm CO2-Ausstoß ab 2012, Empfehlungen zu energiesparendem Fahrverhalten: Es gibt viele Möglichkeiten, auf diesem Gebiet voranzukommen. Das so genannte Meseberg-Programm der Bundesregierung hat aber nicht nur das Ziel festgelegt, sondern auch den Weg dorthin beschrieben. Doch staatliche Vorgaben über das Wie könnten den Wettbewerb der Ideen bremsen, warnt Döhmel. Besser sei es, dem Markt die Freiheit zu geben, die effizientesten Maßnahmen zum Klimaschutz zu entwickeln. Auch auf internationaler Ebene geht es weiter: Der nächste G8-Gipfel findet im Juli auf der japanischen Halbinsel Hokkaido statt. Der japanische Regierungschef Yasuo Fukuda hat das Thema Klimawandel ganz oben auf die Agenda gesetzt.. Döhmel, von Dohnanyi und Pfaffenbach erhoffen sich vor allem einen verbindlichen und realistischen Kyoto-Nachfolge-Vertrag, der Planungsstabilität für wirtschaftliche Investitionen gibt – und damit die Chance für einen Ausweg aus der Klimakrise. |
Hintergrund |
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Mit dem Energie-Dialog im InterContinental setzt Shell eine bundesweite Reihe fort, die im letzten Jahr mit elf Veranstaltungen in acht Bundesländern erfolgreich startete. Auch 2008 stehen wieder viele kontroverse Themen auf dem Programm. Nächster Termin ist am 06. März in Heide. Thema dann: „Klimawandel und Klimaschutz – Politik, Wirtschaft und Verbraucher in der Zwickmühle?“ |
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