1) Erstens ist Shell dabei, Nachhaltigkeitskriterien für die Beschaffung von Biokomponenten zu entwickeln. Hier arbeitet Shell zum einen mit relevanten Partnern aus Regierung, Interessengruppen und Wirtschaft an der Formulierung entsprechender Standards und beteiligt sich an Initiativen wie dem 'Roundtable for Sustainable Biofuels' und anderen. Darüber hinaus arbeitet Shell auch mit seinen Lieferanten daran, nachhaltige Liefer-Standards zu etablieren. 2) Zweitens investiert Shell schon heute in Biokraftstoffe zweiter Generation, die eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes von bis zu 90% im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen erreichen können. Konkret engagiert sich Shell in drei Projekten: der Herstellung synthetischen Diesels aus Biomasse mit dem sächsischen Unternehmen CHOREN, der Erzeugung von Bioethanol aus Zellulose (zum Beispiel aus Stroh) durch enzymatische Verfahren zusammen mit der kanadischen Firma Iogen, sowie der Entwicklung von Enzymen, welche Biomasse in Kraftstoff umwandeln können - hier hat Shell gerade seine Kooperation mit dem US-Unternehmen Codexis ausgebaut. Biokraftstoffen der zweiten Generation bescheinigen die HWWI-Experten eine besonders gute Nachhaltigkeitsperformance etwa mit Blick auf die CO2-Emissionen. Allerdings sind diese heute noch nicht marktreif. Hier schlägt das HWWI vor, über Nachhaltigkeitsfaktoren ökonomische Anreize zu setzen. „Eine progressive Anrechnung nach CO2-Emission würde bei steigenden Vermeindungskosten zusätzliche Anreize setzen, in die neue Biokraftstoff-Generation zu investieren“, sagt Bräuninger. Nach Ansicht des HWWI erfordert eine angemessene Beurteilung von Biokraftstoffen eine detaillierte Analyse des CO2-Reduktionspotenzials und der Nachhaltigkeit über die gesamte supply chain, das heißt, über alle Produktionsstufen vom Anbau, den Transport, die Herstellung, den erneuten Transport und den Verbrauch hinweg. Eine Nachhaltigkeitsverordnung für Biokraftstoffe könnte nach derzeitigem Stand noch 2008 in Deutschland in Kraft treten. Angesichts der Komplexität sei das zwar ehrgeizig, aber dennoch möglich. Vor Inkrafttreten, so die gemeinsame Erkenntnis von HWWI und Shell, wäre jedoch grundsätzlich eine Pilotphase empfehlenswert.
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